Kaffee in der Elektronik kann teuer werden

Drei meist Jahrzehnte zurückliegende Fälle in meiner Datenbank handeln von verschüttetem Kaffee im Cockpit und den teilweisen schrecklichen Folgen. Ein relativ harmlos verlaufener Fall liest sich wie folgt: der Pilot hantiert ungeschickt, der Kaffee kippt um und rinnt in den Schaltkreis für den Schwingungsdämpfer. Die Insassen werden einige Zeit heftig hin- und hergerollt, aber das Flugzeug kann bei der Notlandung zumindest heil auf den Boden gebracht werden und niemand wird verletzt (21.01.1972 / Boeing 720 / N57206 / Continental Airlines / El Paso – Texas – USA).

Offenbar haben die Flugzeugkonstrukteure auch Jahrzehnte später immer noch keinen Kaffeeschutz in ihre elektronischen System integriert, denn gerade gab es einen neuen Fall: eine Maschine auf dem Weg von Chicago nach Frankfurt mußte notlanden und wurde aus dem Verkehr gezogen. Grund: nach dem reichlich durch die Technik der Maschine geflossenen Kaffee stellte sich dieser auch im vorliegenden Fall als zu stark heraus. Die Elektronik litt unter Herzrasen und begann zu spinnen. Die Crew mußte den Transatlantikflug sicherheitshalber abbrechen. Die 255 Insassen wurden jedoch sicher in Toronto auf den Boden gebracht (03.01.2011 / Boeing 777 / N223UA / United Airlines / Kingston – Ontario – Kanada).

Über Jochen W. Braun

Jochen W. Braun wurde 1942 in Hamburg geboren. Er ist verheiratet und hat drei Söhne. Nach dem Abitur auf dem Johanneum in Hamburg studierte er Betriebswirtschaft in Tübingen und Hamburg. Bei den Hamburger Hauniwerken, danach in Frankfurt und Stuttgart bei der Firma Sperry (später Unisys) und im mit seiner Unterstützung gegründeten Familienbetrieb Miniatur Wunderland Hamburg arbeitete er bis zur Pensionierung im Jahre 2007. Aufgrund seiner Liebe zur Luftfahrt beschäftigte er sich schon von klein auf mit diesem Thema. Mit 11 Jahren zog seine Familie nach Fuhlsbüttel um und damit in direkte Nähe zum Hamburger Flughafen, den er nach Möglichkeit jeden Nachmittag besuchte. Später spezialisierte er sich auf Unfälle im Bereich der Luftfahrt, weil er beim ersten großen Flug Flugangst bekommen hatte und das Thema genauer kennen lernen wollte. Nach kurzer Zeit stellte er fest, daß die Wahrscheinlichkeit minimal ist, beim Fliegen einen Unfall zu erleben. Die Angst ist seitdem verschwunden, und er schrieb ein erstes Buch mit dem bezeichnenden Titel „ . . . und alle haben überlebt!“. Im Jahresrhythmus folgten weitere fünf Bände über Flugzeugunfälle. Er gilt heute als Spezialist auf diesem Gebiet.
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