So viel Pech und dann doch noch gut gegangen

Auch die 78 Insassen einer MD-83 können nach dem hier geschilderten Vorfall zweimal im Jahr Geburtstag feiern. Wegen eines falsch eingestellten Höhenmessers gerät die Maschine zu tief und kollidiert so heftig mit mehreren Baumwipfeln, daß überall in der Außenhaut Löcher entstehen. Auch die Klappen werden beschädigt, aber es gelingt der Crew, durchzustarten und das Flugzeug zu stabilisieren. Dann jedoch verlieren die Motoren wegen eingesaugter Zweige zunehmend an Leistung, spucken Feuer und die Notlandung ist unausweichlich. Wieder Glück, denn der Pilot kann den Flughafen von Bradley erreichen, kommt allerdings auch hier zu tief und streift erneut einen Baum und mehrere Masten der Anflugbefeuerung. Hart setzt das Flugzeug mit dem Heck voran auf und kommt nach einer Vollbremsung endlich zur Ruhe. Nach der Reparatur fliegt die Maschine übrigens auch heute noch im Liniendienst (12.11.1995 / McDonnell Douglas MD-83 / N566AA / American Airlines / Bradley – Connecticut – USA / 1 Verletzter).

Über Jochen W. Braun

Jochen W. Braun wurde 1942 in Hamburg geboren. Er ist verheiratet und hat drei Söhne. Nach dem Abitur auf dem Johanneum in Hamburg studierte er Betriebswirtschaft in Tübingen und Hamburg. Bei den Hamburger Hauniwerken, danach in Frankfurt und Stuttgart bei der Firma Sperry (später Unisys) und im mit seiner Unterstützung gegründeten Familienbetrieb Miniatur Wunderland Hamburg arbeitete er bis zur Pensionierung im Jahre 2007. Aufgrund seiner Liebe zur Luftfahrt beschäftigte er sich schon von klein auf mit diesem Thema. Mit 11 Jahren zog seine Familie nach Fuhlsbüttel um und damit in direkte Nähe zum Hamburger Flughafen, den er nach Möglichkeit jeden Nachmittag besuchte. Später spezialisierte er sich auf Unfälle im Bereich der Luftfahrt, weil er beim ersten großen Flug Flugangst bekommen hatte und das Thema genauer kennen lernen wollte. Nach kurzer Zeit stellte er fest, daß die Wahrscheinlichkeit minimal ist, beim Fliegen einen Unfall zu erleben. Die Angst ist seitdem verschwunden, und er schrieb ein erstes Buch mit dem bezeichnenden Titel „ . . . und alle haben überlebt!“. Im Jahresrhythmus folgten weitere fünf Bände über Flugzeugunfälle. Er gilt heute als Spezialist auf diesem Gebiet.
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