Unbeabsichtigtes Rodeln kommt einem Jumbo teuer zu stehen

Eis ist glitschig, das wissen wir alle. Wenn dazu ein Sturm mit 60 km/h weht, gehen wir auf Nummer Sicher, bleiben hübsch zu Haus und starten keine unnötigen Unternehmungen, die mit Knochenbrüchen enden könnten. Nicht so der mutige japanische Pilot, der sich gegen den Rat der Flugleitung mit seiner Boeing 747 auf den Weg zur Startposition begibt, wohl vertrauend auf das mit über 350 Tonnen beträchtliche Startgewicht. Es geht aber trotzdem schief, denn die Boeing wird vom Sturm angeschoben, rodelt 75 Meter weit in eine nicht gewünschte Richtung, rutscht hangabwärts und kommt erst 15 Meter unter dem Niveau der Startbahn zum Stehen. Die 121 Insassen bleiben zwar alle lebendig und Knochenbrüche gibt es auch nicht, aber das Flugzeug überlebt nur knapp, denn die Reparatur kostet viele, viele Millionen Dollar! (16.12.1975 / Boeing 747 / JA8122 / Japan Airlines / Anchorage – Alaska – USA / 11 Verletzte).

Über Jochen W. Braun

Jochen W. Braun wurde 1942 in Hamburg geboren. Er ist verheiratet und hat drei Söhne. Nach dem Abitur auf dem Johanneum in Hamburg studierte er Betriebswirtschaft in Tübingen und Hamburg. Bei den Hamburger Hauniwerken, danach in Frankfurt und Stuttgart bei der Firma Sperry (später Unisys) und im mit seiner Unterstützung gegründeten Familienbetrieb Miniatur Wunderland Hamburg arbeitete er bis zur Pensionierung im Jahre 2007. Aufgrund seiner Liebe zur Luftfahrt beschäftigte er sich schon von klein auf mit diesem Thema. Mit 11 Jahren zog seine Familie nach Fuhlsbüttel um und damit in direkte Nähe zum Hamburger Flughafen, den er nach Möglichkeit jeden Nachmittag besuchte. Später spezialisierte er sich auf Unfälle im Bereich der Luftfahrt, weil er beim ersten großen Flug Flugangst bekommen hatte und das Thema genauer kennen lernen wollte. Nach kurzer Zeit stellte er fest, daß die Wahrscheinlichkeit minimal ist, beim Fliegen einen Unfall zu erleben. Die Angst ist seitdem verschwunden, und er schrieb ein erstes Buch mit dem bezeichnenden Titel „ . . . und alle haben überlebt!“. Im Jahresrhythmus folgten weitere fünf Bände über Flugzeugunfälle. Er gilt heute als Spezialist auf diesem Gebiet.
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