Ruderverriegelung verhindert Steigflug einer IL-62

Kein Glück haben einige der 113 Insassen, die in einem Flugzeug Platz genommen haben, bei dem das Höhenruder noch verriegelt ist. Kein Wunder: die Maschine kann sich einfach nicht von der Bahn lösen. Sehr spät brechen die Piloten den Startvorgang ab, als der Jet bereits mit 300 km/h über die Berliner Betonpiste rast. Und dann begeht die Crew – in Panik? – einen nicht nachvollziehbaren Fehler: sie stellt alle vier Triebwerke ab. Dadurch ist der Umkehrschub nicht mehr verfügbar und das Flugzeug stürmt 740m weit über das Bahnende hinaus, bevor Hindernisse die Fahrt stoppen. Kerosin läuft aus mehreren Öffnungen des zerbrochenen Flugzeugs und Feuer bricht aus (17.06.1989 / Ilyushin IL-62 / DDR-SEW / 21 Tote und 47 Verletzte).

Über Jochen W. Braun

Jochen W. Braun wurde 1942 in Hamburg geboren. Er ist verheiratet und hat drei Söhne. Nach dem Abitur auf dem Johanneum in Hamburg studierte er Betriebswirtschaft in Tübingen und Hamburg. Bei den Hamburger Hauniwerken, danach in Frankfurt und Stuttgart bei der Firma Sperry (später Unisys) und im mit seiner Unterstützung gegründeten Familienbetrieb Miniatur Wunderland Hamburg arbeitete er bis zur Pensionierung im Jahre 2007. Aufgrund seiner Liebe zur Luftfahrt beschäftigte er sich schon von klein auf mit diesem Thema. Mit 11 Jahren zog seine Familie nach Fuhlsbüttel um und damit in direkte Nähe zum Hamburger Flughafen, den er nach Möglichkeit jeden Nachmittag besuchte. Später spezialisierte er sich auf Unfälle im Bereich der Luftfahrt, weil er beim ersten großen Flug Flugangst bekommen hatte und das Thema genauer kennen lernen wollte. Nach kurzer Zeit stellte er fest, daß die Wahrscheinlichkeit minimal ist, beim Fliegen einen Unfall zu erleben. Die Angst ist seitdem verschwunden, und er schrieb ein erstes Buch mit dem bezeichnenden Titel „ . . . und alle haben überlebt!“. Im Jahresrhythmus folgten weitere fünf Bände über Flugzeugunfälle. Er gilt heute als Spezialist auf diesem Gebiet.
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