Unfreiwilliger Stunt auf der Tragflaeche einer waidwunden Fokker

In den guten alten Zeiten, als die Flugzeuge noch nicht so schnell fliegen mußten, um sich in der Luft halten zu können, vermochte die Crew manchmal atemberaubende Stunts zu zeigen, um einen drohenden Absturz zu verhindern. Ein solcher Fall tritt 800 km östlich von Sydney auf, als eine Schweißnaht an der Postmaschine von Australien nach Neuseeland bricht und Öl austritt. Ein Motor muß abgestellt werden, ein weiterer verliert Öl. Notwasserung im Pazifik scheint den drei Insassen eine denkbar schlechte Lösung, vielleicht sind sie auch nur wasserscheu. Jedenfalls turnt eines der Crewmitglieder nach draußen auf die Fläche und füllt so lange Öl aus einem Kanister nach, bis die Maschine sicher an Land notlanden kann (15.05.1935 / Fokker F-10 Trimotor / VH-USU / Privatbesitz Sir Charles Kingsford Smith).

Über Jochen W. Braun

Jochen W. Braun wurde 1942 in Hamburg geboren. Er ist verheiratet und hat drei Söhne. Nach dem Abitur auf dem Johanneum in Hamburg studierte er Betriebswirtschaft in Tübingen und Hamburg. Bei den Hamburger Hauniwerken, danach in Frankfurt und Stuttgart bei der Firma Sperry (später Unisys) und im mit seiner Unterstützung gegründeten Familienbetrieb Miniatur Wunderland Hamburg arbeitete er bis zur Pensionierung im Jahre 2007. Aufgrund seiner Liebe zur Luftfahrt beschäftigte er sich schon von klein auf mit diesem Thema. Mit 11 Jahren zog seine Familie nach Fuhlsbüttel um und damit in direkte Nähe zum Hamburger Flughafen, den er nach Möglichkeit jeden Nachmittag besuchte. Später spezialisierte er sich auf Unfälle im Bereich der Luftfahrt, weil er beim ersten großen Flug Flugangst bekommen hatte und das Thema genauer kennen lernen wollte. Nach kurzer Zeit stellte er fest, daß die Wahrscheinlichkeit minimal ist, beim Fliegen einen Unfall zu erleben. Die Angst ist seitdem verschwunden, und er schrieb ein erstes Buch mit dem bezeichnenden Titel „ . . . und alle haben überlebt!“. Im Jahresrhythmus folgten weitere fünf Bände über Flugzeugunfälle. Er gilt heute als Spezialist auf diesem Gebiet.
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