Jochen W. Braun: „… und dann auch das noch!“

1. Auflage, Münster 2008, ISBN 978-3-86582-655-8; € 17,90

Im Gegensatz zu den ersten vier Bänden, in denen ich jeweils 25 Vorfälle ausführlich schilderte, ist dieser letzte Band eine Sammlung von ca. 750 kurzen Berichten. Ich habe diese Vorfälle im Laufe meiner 35 Jahre währenden Recherchen zusammengetragen und lege damit einen Auszug aus meiner privaten Datenbank vor. Einige Beispiele sollen Ihnen vorführen, was Sie im vorliegenden letzten Band der Reihe erwartet:

  • Zwei sehr ähnliche Abstürze ereignen sich, nachdem sich jeweils drei betrunkene Männer in nur für je zwei Personen zugelassene Flugzeuge quetschen und dann auch noch beginnen, ihre Mitmenschen durch Tiefflug zu ärgern. Die eine Maschine stürzt kurz nach dem Start mit 60kg Übergewicht ab. Die andere fällt nach einem zu gewagten Manöver senkrecht zu Boden.
  • Ein besonderer Fall von Materialermüdung erwischt einen Flugzeugführer zwar völlig unvorbereitet, läßt ihn aber dennoch gleichermaßen kaltblütig reagieren. Mitten im Startlauf hält er plötzlich die Steuersäule in den Händen, sie ist schlicht von ihrer Halterung abgebrochen. Der Mann bewahrt Ruhe und bringt das Kleinflugzeug trotz fehlender Steuersäule sicher zum Stehen. Die mitreisenden drei Passagiere sind zwar geschockt, aber ganz sicher auch zufrieden mit dem Ausgang des Abenteuers.
  • Besonders schlimme Fehlentscheidungen sind jene, die zu Treibstoffmangel führen. Über 400 derartige Fälle kenne ich. Ein Beispiel eine „Swissair“ Maschine wird aus unbekanntem Grund bei der Zwischenlandung in Genf nicht betankt. Der Flug nach London endet im Kanal. Nur sechs der neun Insassen können nach einer Stunde von einem Ruderboot aus dem treibenden Heck gerettet werden.
  • Klares Fehlverhalten des Piloten führt im Flugschau-Mekka Farnborough, England zum Absturz. Der Mann will offenbar besonders spektakulär vorführen und fängt seine Maschine in nur 150m Höhe aus einer Geschwindigkeit ab, die bei 1.000 km/h gelegen haben muß, wie spätere Untersuchungen ergeben. Das hält das Flugzeug nicht aus. Die Tragflächen brechen ab und das Flugzeug löst sich in seine Bestandteile auf. Ein Triebwerk schlägt brennend in die Menschenmenge ein.
  • Ein Mann verstirbt während des Fluges am Herzinfarkt. Die flugunerfahrene Ehefrau schafft jedoch Unmögliches. Der Fluglehrer einer anderen Cessna ist zufällig in der Nähe und erteilt ihr „Unterricht“ – wenn man das so bezeichnen darf. Der Frau gelingt es sogar, das Flugzeug weich zu landen, aber dann zeigt sie im letzten Moment Nerven und fährt die Maschine gegen die Landelichter. Aber was macht das schon, wenn man überlebt?
  • Was macht eine Fluggesellschaft mit einem Copiloten, der acht Mal durch die Prüfung für den Instrumentenflug gefallen ist? Ganz einfach, sie läßt ihn bei Schneesturm den Endanflug auf Basel fliegen. Das geht schief, weil die Crew die Orientierung verliert und sich auch beim 3. Anflugversuch wieder höllisch verfliegt. 9km südlich des Flughafens stürzt die Maschine mit 145 Insassen in einen Wald

Weitere Geschichten aus diesem Buch finden Sie in der Rubrik Anekdoten.

Das Buch ist leider vergriffen und auch Restexemplare sind nicht mehr zu bekommen.

Über Jochen Braun

Jochen W. Braun wurde 1942 in Hamburg geboren. Er ist verheiratet und hat drei Söhne. Nach dem Abitur auf dem Johanneum in Hamburg studierte er Betriebswirtschaft in Tübingen und Hamburg. Bei den Hamburger Hauniwerken, danach in Frankfurt und Stuttgart bei der Firma Sperry (später Unisys) und im mit seiner Unterstützung gegründeten Familienbetrieb Miniatur Wunderland Hamburg arbeitete er bis zur Pensionierung im Jahre 2007. Aufgrund seiner Liebe zur Luftfahrt beschäftigte er sich schon von klein auf mit diesem Thema. Mit 11 Jahren zog seine Familie nach Fuhlsbüttel um und damit in direkte Nähe zum Hamburger Flughafen, den er nach Möglichkeit jeden Nachmittag besuchte. Später spezialisierte er sich auf Unfälle im Bereich der Luftfahrt, weil er beim ersten großen Flug Flugangst bekommen hatte und das Thema genauer kennen lernen wollte. Nach kurzer Zeit stellte er fest, daß die Wahrscheinlichkeit minimal ist, beim Fliegen einen Unfall zu erleben. Die Angst ist seitdem verschwunden, und er schrieb ein erstes Buch mit dem bezeichnenden Titel „ . . . und alle haben überlebt!“. Im Jahresrhythmus folgten weitere fünf Bände über Flugzeugunfälle. Er gilt heute als Spezialist auf diesem Gebiet.
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