Flug mit einer defekten Beech endet tödlich

Wie fliegt man ein Flugzeug mit folgenden Defiziten: Bremsbeläge komplett abgenutzt; eine Zündkerze am linken Motor fehlt; ein falscher Propeller wurde von einem Mechaniker ersetzt, dem wegen Fliegens mit einem falsch installierten Propeller bereits einmal für ein halbes Jahr die Mechanikerlizenz entzogen wurde; das Funkgerät ist defekt? Nun, man fliegt zusammen mit einem anderen Flugzeug und verständigt sich per Handzeichen. Kann das gutgehen? Natürlich nicht, denn zu all‘ den bekannten Mängeln gesellt sich noch ein nachlässig unentdecktes Wespennest, das die Benzinzufuhr zum rechten Motor blockiert. Der Pilot signalisert per Handzeichen, er müsse notlanden. Er setzt sicher auf einer Wiese auf, aber er kann ja nicht richtig bremsen wegen der abgenutzten Beläge. Das Flugzeug hebt kurz wieder ab und zerschellt an einem Baum (23.04.1999 / U.S. Sir Salvage / N6600 / Beechcraft B95A Travel Air / 1 Toter / Fountain – Florida – USA)

Über Jochen W. Braun

Jochen W. Braun wurde 1942 in Hamburg geboren. Er ist verheiratet und hat drei Söhne. Nach dem Abitur auf dem Johanneum in Hamburg studierte er Betriebswirtschaft in Tübingen und Hamburg. Bei den Hamburger Hauniwerken, danach in Frankfurt und Stuttgart bei der Firma Sperry (später Unisys) und im mit seiner Unterstützung gegründeten Familienbetrieb Miniatur Wunderland Hamburg arbeitete er bis zur Pensionierung im Jahre 2007. Aufgrund seiner Liebe zur Luftfahrt beschäftigte er sich schon von klein auf mit diesem Thema. Mit 11 Jahren zog seine Familie nach Fuhlsbüttel um und damit in direkte Nähe zum Hamburger Flughafen, den er nach Möglichkeit jeden Nachmittag besuchte. Später spezialisierte er sich auf Unfälle im Bereich der Luftfahrt, weil er beim ersten großen Flug Flugangst bekommen hatte und das Thema genauer kennen lernen wollte. Nach kurzer Zeit stellte er fest, daß die Wahrscheinlichkeit minimal ist, beim Fliegen einen Unfall zu erleben. Die Angst ist seitdem verschwunden, und er schrieb ein erstes Buch mit dem bezeichnenden Titel „ . . . und alle haben überlebt!“. Im Jahresrhythmus folgten weitere fünf Bände über Flugzeugunfälle. Er gilt heute als Spezialist auf diesem Gebiet.
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